Information zu Gemeinschaftsleistungen

Liebe Gartenfreunde,

aus aktuellem Anlass und im Hinblick auf den Zustand mancher Bereiche in den Gartenanlagen.

Eine der vertraglichen Pflichten für die Pächter der Gartenfreunde Geislingen/Steige ist es, die notwendige Gemeinschaftsarbeit mit zu tragen. Nur durch das Zusammenwirken aller Pächter können die gesamten Gartenanlagen in einem gepflegten Zustand gehalten werden. Jedem Gartenfreund sollte bewusst sein, dass diese Anlagen mit sehr viel Geld und zum Teil aus Steuergeldern, größtenteils in unzähligen Stunden Gemeinschaftsarbeit für sie errichtet wurden. Demnach hat auch die Öffentlichkeit einen Anspruch auf einen ansprechenden Zustand. Grundsätzlich gilt: Wer seinen Garten bewirtschaften kann, ist auch in der Lage, Gemeinschaftsarbeit zu leisten. Betrachten Sie daher die Gemeinschaftsarbeit nicht als notwendiges Übel oder gar als Zwangsarbeit. Nutzen Sie die Geselligkeit während der Gemeinschaftsarbeit. So kann man sich ganz leicht näher kennen lernen.

Wir möchten nochmals darauf hinweisen, dass der Beschluss der Jahreshauptversammlung vom 25. Februar 2017, dass jede/r Gartenpächter/in mindestens

5 Pflichtstunden Gemeinschaftsleistungen im Jahr leisten muss bindend ist.

Auf die Befreiung von Pflichtstunden gibt es keinen Rechtsanspruch.

Die jeweiligen Obleute der Gartenanlagen organisieren die anfallenden Arbeiten

Welche Aufgabe durch wen, wann und wie erledigt wird, liegt in der Verantwortung der in Ihrer Anlage zuständigen Obleute.

Es darf nicht sein, dass Gartenfreunde sich eine ihnen genehme Arbeit aussuchen können.

Nicht zur Gemeinschaftsarbeit gehört:

  • Pflege der Wege innerhalb der Anlage. Jeder Pächter ist für seinen Wegabschnitt selbst zuständig (Ausnahme: ein kompletter Weg soll  neu gerichtet oder umgestaltet werden)
  • Entfernen von Gelegenheitsmüll (weggeworfene Zeitungen, Flaschen, Plastiktüten etc.) im Wegebereich um die Anlage. Im Interesse der Optik unserer Anlage bitten wir Sie, diesen auch außerhalb der Gemeinschaftsarbeit zu entsorgen.
  • Pflegearbeiten im Grenzbereich zwischen zwei Gärten (Hier haben sich die Pächter untereinander abzusprechen, auch hier gibt es die Ausnahme, wenn das angrenzende Grundstück längere Zeit leer steht.)

 Freistellung von Gemeinschaftsarbeit:

  • Auch hier gilt der Grundsatz: Wer seinen Garten bewirtschaften kann, ist auch in der Lage, Gemeinschaftsarbeit zu leisten.
  • Befreit von der Gemeinschaftsarbeit sind die Vorstandsmitglieder sowie Ehrenmitglieder. Bei älteren Gartenfreunden, die solchen Tätigkeiten nur noch schwer nachkommen können, können die Obleute über eine Befreiung entscheiden. Ebenso in Krankheitsbedingten Fällen.

Ebenfalls wichtig:

  • Leider kann es ab und zu auch vorkommen, dass vergessen wird, Zeiten für die Gemeinschaftsarbeit zu berechnen. Spätestens zur Jahresrechnung kommt es dann häufig zu Rückfragen bzw. Zeitkorrekturen.
  • Gemeinschaftsarbeit hat offiziell nur dann stattgefunden, wenn die geleistete Zeit auch von den Obleuten aufgeschrieben worden ist.
  • Wenn Sie spätestens im Herbst feststellen, dass Ihnen noch Pflichtstunden fehlen bzw. wenn Sie Klärungsbedarf, Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Obmann für Gemeinschaftsarbeiten.
  • War der Gartenfreund verhindert, muss er sich selbst darum kümmern, wie er seiner Pflicht nachkommen kann.

Bei Verstößen gegen diese Regelwerke (Satzung, Gartenordnung und Pachtverträge) müssen die Vorstandsmitglieder alle ihnen zur Verfügung stehenden Maßnahmen zu deren Behebung ergreifen – bei uneinsichtigen Pächter/innen im Ernstfall auch Abmahnungen und Kündigungen.

Die Verweigerung von geldlichen oder sonstigen Gemeinschaftsleistungen stellt eine nicht unerhebliche Verletzung der Kleingärtnerpflichten dar. Sie ist daher ein Kündi­gungsgrund nach §9 Abs. l Bundeskleingartengesetz.

 

Bei der Gemeinschaftsarbeit geht es nicht nur um die sorgfältige Erledigung der Arbeit, sondern gerade auch um das aktive gemeinsame Handeln!

 

Geislingen, den 18.06.2021

Gez.

Die Vorstandschaft

 

Informationsblatt zur Gemeinschaftsarbeit
Da es in vielen Vereinen Probleme mit der Gemeinschaftsarbeit gibt – meist lässt die Motivation der Pächter etwas zu wünschen übrig – hat der Landesverband das Informationsblatt Gemeinschaftsarbeit verfasst, in dem neben der sachlich-juristischen Begründung die versicherungstechnischen Aspekte sowie auch die gängigen Regelungen zusammengestellt sind zur umfassenden Information der Funktionsträger und der Pächter.
infoblatt_gemeinschaftsarbeit_stand_30-07-2020